Veröffentlichung zum Thema "Restless Legs Syndrom"
  (Das Syndrom der unruhigen Beine)

 

Meine eigenen Erfahrungen mit dem Restless Legs Syndrom (RLS)

(Das Syndrom der unruhigen Beine)
 

 Eine Beschreibung des RLS:

"Das RLS wird im deutschen Sprachraum als "Syndrom der unruhigen Beine" bezeichnet und gehört zu den häufigsten neurologischen Krankheitsbildern. Die Symptome dieser Erkrankung können von Betroffenen oft nur schwer beschrieben werden. Am häufigsten werden sie als Missempfinden in den Beinen, seltener auch in den Armen, charakterisiert. Die Beschreibungen reichen von unerträglichem Kribbeln im „Inneren der Waden“ über Ziehen, Reissen, Stechen bis hin zu quälenden Schmerzen. Diese Beschwerden treten fast ausschliesslich in Ruhesituationen und ganz besonders heftig abends beim Einschlafen auf. Nicht selten führen erst die hartnäckigen Schlafstörungen, in deren Folge Tagesmüdigkeit, Gereiztheit, Leistungsabfall oder gar ein Einschlafen am Steuer auftreten, die inzwischen verzweifelten Patienten zum Arzt."

Wen man einmal monatelang nicht mehr schlafen konnte, weiss man, was es heisst, unter dem RLS zu leiden. Wenn ich mich nachts unter die Decke legte, begann das Schauspiel, dem ich einfach nur ohnmächtig zuschauen konnte. Es begann immer in den Füssen mit diesen komischen Gefühlen die mich veranlassten, sie ständig zu strecken und zu dehnen. Es ist schwer genau zu beschreiben, wie sich das wirklich anfühlt. Es ist eine Spannung in den Füssen die sich bis in die Nähe von Schmerz entwickeln kann und bis in die Waden hinauf seine Wirkung hat. Ich könnte auch sagen, es sei ähnlich, wie Ameisen in den Füssen und wie ein Stechen oder ein dumpfes, schweres Ziehen. All diese Begriffe können aber nur umschreiben, wie es sich anfühlt. Das einzige, was ein wenig Linderung brachte, war, dass ich wieder aus dem Bett stieg und im Zimmer herumging. Aber sobald ich mich wieder hinlegte, fing das Ganze von vorne an. Wenn man vom RLS länger betroffen ist, kann man nicht nur nachts nicht mehr schlafen, sondern auch das Sitzen wird mehr und mehr zur Qual. Ich arbeitete mit einem Klienten der sich im Büro ein Stehpult organisiert hatte, um so dem RLS während der Arbeit auszuweichen. Denn Stehen konnte er ohne Probleme.

Einige Tage, nachdem in den Füssen und Waden diese Reaktionen aufgetreten waren, begannen die gleichen Symptome auch in den Oberschenkeln sich bemerkbar  zu machen. Und die Beine begannen zu zucken. Die Oberschenkel waren nicht jede Nacht an den gleichen Stellen betroffen. Mal war es mehr zur Vorderseite hin mal mehr seitlich oder hinten. Auch hier war es ein dumpfes, schweres Ziehen und Spannen, das mich verursachte mich zu bewegen, ohne dass das aber einen Besserungseffekt hatte. Auch wenn ich mich massierte, half das nichts.

Danach, etwa eine Woche später, kamen dann Reaktionen in den Armen dazu. Sie hatten nicht diese Spannungen und dieses dumpfe, schwere Gefühl, sondern sie begannen einfach zu zucken und regelrecht auszuschlagen. Manchmal war es mehr der linke, manchmal mehr der rechte Arm, manchmal beide zusammen.

Und als Krönung des ganzen Spektakels schlug es mir, wieder einige Tage später, zusätzlich noch den Kopf nach vorne. Immer wieder, wie bei einem fehlgesteuerten Roboter. Ich war dabei nur macht- und hilfloser Zuschauer dieser automatischen Aktionen meines Körpers. Ein Horror. Nacht für Nacht. Und dazu die schmerzähnlichen Zustände in den Füssen und Beinen.

Bei diesem ganzen Szenario konnte ich nicht sagen, ob die Spannungen und schmerzähnlichen Zustände in den Füssen und Beinen sich so lange verstärkten, bis sie dann ein Zucken und Ausschlagen verursachten. Das geschah nebeneinander. Aber es war so, dass zuerst die Beine ausschlugen, und dann kamen nach einigen Minuten die Arme dazu und dann der Kopf. Arme und Kopf kamen immer etwas später.

Als Feldenkrais Lehrer beobachtete ich ständig aufmerksam, was sich wann und wie in meinem Körper abspielte, auch und vor allem während ich nachts unter der Decke lag. Tagsüber war meine Aufmerksamkeit während allem, was ich tat, gleichzeitig auch auf den Körper gerichtet.

Ebenso beobachtete ich, wie ich zur Zeit lebte. Hatte sich in irgend einem Bereich meines Lebens etwas geändert, bevor diese Geschichte begann: Physisch, emotional, mental? War ich mit starken Erinnerungen konfrontiert, konnte es aus dem Unterbewussten kommen, lag es an der Ernährung oder an der Kleidung oder an Beziehungen? Die Träume konnte ich nicht mehr heranziehen, da ich keine mehr hatte, weil ich nicht mehr schlafen konnte. Ich suchte Tag und Nacht nach Hinweisen, die vielleicht in eine Richtung zeigen würden was die Ursache für diesen Tanz der Nerven sein konnte.

Nach einiger Zeit des Beobachtens fand ich die Ursache für das RLS. Es hatte mit Sitzen zu tun. Mit langen Perioden des Sitzens. Das war etwas, was ich so seit Jahrzehnten nicht mehr gemacht hatte. Ich sass zu jener Zeit (2001) täglich von morgens bis abends an meinem Schreibtisch und übersetzte Feldenkrais Gruppenlektionen.

Ich begann nun mit verschiedenen Sitzpositionen und auch mit verschiedenen Sitzunterlagen zu experimentieren. Ich nahm, unter anderem, ein Brett, legte eine kurze, dünne Holzrolle längs darunter und setzte mich so darauf. So konnte ich keinen Moment ruhig sitzen, weil sich das Ding ständig bewegte. Das brachte mir eine phantastische neue Ausrichtung der Wirbelsäule, hatte aber keinen Einfluss auf das RLS.

Ich begann zu sehen, dass das Skelett beim RLS eine entscheidende Rolle spielt. Alle haben wir gleich viele Knochen, aber nicht bei allen haben alle die gleiche Länge. Und es hat ebenso mit Mikrobewegung zu tun, jenen Bewegungen die so klein sind, dass sie fast nicht wahrnehmbar sind. In meinem RLS Manuskript, das ich später über meine Erfahrungen verfasste, habe ich eine Erfahrung beschrieben, bei welcher mir eine solche Mikrobewegung am anderen Ende des Körpers eine notwendige Spannung einfach auflöste. Bei diesem Problem hatte ich eine minimale Verspannung im Beckenboden, die zur Folge hatte, dass sämtliche notwendige Spannung, die die Füsse brauchen um ihren Dienst tun zu können, aufgehoben war. Meine Füsse standen platt am Boden, wie Entenfüsse, und das schmerzte. Diese Mikrobewegung im Beckenboden war so klein, dass ich Monate brauchte um sie zu entdecken. Auch hier war dann am Schluss die Lösung wieder so verblüffend einfach. Nach Entdeckung der Ursache und Einleitung der nötigen Massnahmen erhielten die Füsse ihre normale Spannung buchstäblich innert Sekunden wieder zurück

Beim RLS wird im Kreuz, durch Druck, ein Nerv irritiert. Das hat auch Auswirkungen auf das Gehirn, die so massiv sein können, dass nicht nur die korrespondierende Stelle davon betroffen ist, sondern offensichtlich deren ganzes Umfeld, was dann zu den Reaktionen in Armen und Kopf führen kann.

Die Lösung die ich für mein RLS Problem fand, war so einfach wie verblüffend.  Vielleicht ist gerade deshalb bis heute niemand darüber gestolpert. Heute kann ich das RLS ein- und ausschalten wie ich will. Ich habe absolut keine Probleme mehr damit. 

Das Manuskript (31 A4 Seiten), das ich über meine Erfahrungen mit dem Restless Legs Syndrom geschrieben habe, erklärt im Detail und mit vielen Illustrationen wie das Symptom entsteht, und wie es aufgelöst werden kann. Es ist bei mir für Fr. 20.- inklusive Porto und Verpackung erhältlich.

 
Das RLS mit möglicher psychosomatischer Ursache

Der Grund für mein Restless Legs Syndrom lag im Sitzen und in der Anatomie. In der Zwischenzeit habe ich beobachtet, dass es möglicherweise eine weitere Form dieses Syndroms gibt und, dass diese Ursache im psychosomatischen Bereich liegen könnte. Ein Teilnehmer meiner Feldenkrais Gruppenlektionen hat während den Bewegungslektionen manchmal Anzeichen von RLS. Da er keine langen Perioden des Sitzens kennt, er ist Handwerker, muss die Ursache woanders liegen. Der Grund für seine unruhigen Beine könnte folgender sein: Er hat seit Jahren immer mal wieder massive Rückenprobleme gehabt, welche auch zu Diskushernieproblemen führten. Seine Rücken- und Bauchmuskeln waren des öfters massiv verspannt, und diese Verspannungen waren psychosomatisch begründet. Meine Theorie dazu ist, dass wenn solche gleichzeitigen Verspannungen von Rücken- und Bauchmuskulatur auftreten die gleichen Nerven im Kreuz irritiert werden, wie in meinem Fall von RLS und so auch das RLS auslösen.


Auslösung des RLS durch Medikamente?

Es gibt Berichte von RLS Problemen, die angeblich durch Medikamente ausgelöst werden. Ob das wirklich so ist, ist schwierig zu  beurteilen. Möglich ist, dass Medikamente das Gehirn beeinflussen und dadurch Probleme entstehen. Es wäre dabei interessant, abzuklären, ob dabei die oben ausgeführten Ursachen ausgeschlossen werden können.